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Tel: +49 (0)30 - 210 160 52 Mob: +49 (0)170 - 55 04 886 "Edition Wein & Jazz" präsentiert: Wein erzählt! Jazz Talks!TERMIN: 3. März 2010, 20 Uhr,
Ein Wein & Konzert Abend mit Spitzenwinzern und Gipsy Jazz - Gitarristen
Musik: Wawau Adler Gitarre, Joelle Locher Bass und special guest: Diknu Schneeberger Gitarre
Jeder weiß, dass im Wein die Wahrheit liegt. Aber was wissen die Menschen, die ihn machen, den Wein? Was haben sie erlebt, erfahren und manchmal auch ertragen? Und was haben sie darüber zu erzählen, wie aus ihrem leidenschaftlichen Engagement um dieses Naturprodukt ein so wahrhaftiges Lebens- und Genussmittel wird? Aus diesen Überlegungen und der Erkenntnis, wie gut sich ein guter Tropfen und gute Musik ergänzen, wie ähnlich der Prozess des Weinmachens mit dem der Jazz Improvisation ist, ist die "Edition Wein & Jazz" entstanden, eine neue Hörbuchserie über die deutschsprachigen Weinregionen.
Der Anspruch der "Edition Wein & Jazz" ist, über die Ohren unsere Geschmacksnerven zu verwöhnen. Unter dem Motto "Wein erzählt!" steht der Winzer im Mittelpunkt und kommt in stimmungsvollen Portraits zu Wort, die eingebettet in Modern Jazz sind.
Anläßlich des Erscheinens der ersten Folgen über die Wachau und die Pfalz stehen exemplarische Winzer aus diesen Weinregionen im Mittelpunkt des Abends im Porgy & Bess: Wachauer Winzer wie Emmerich Knoll, Hans Frischengruber von der Domäne Wachau und Wolfgang Bäuerl treffen auf ihre pfälzer Kollegen Hans Jörg Rebholz und VDP-Vorsitzenden Steffen Christmann und stellen mit den Autoren der Serie, dem Musikjournalisten Götz Bühler (u.a. Jazzthing) und Stephan Meyner von Minor Music im Roundtable-Gespräch die Reihe vor und werden Spannendes zum Thema Wein erzählen.
Musikalisch wird der Abend dem Gitarristen Django Rheinhardt gewidmet sein, dessen 100. Geburtstag sich 2010 jährt, und der weltweit als der erste wichtige europäische Jazzmusiker anerkannt ist. Der Sinti Gitarrenstar Wawau Adler, dessen Auftritte beim letztjährigen renommierten Schleswig-Holstein Musik Festival von den Kieler Nachrichten zu den Höhepunkten gezählt wurden, wird seine großartige Rheinhardt-Hommage "Here's to Django!" vorstellen und nutzt die Gelegenheit mit dem Hans Koller-Preisträger Diknu Schneeberger, der zu den großen jungen Talenten des europäischen Jazz gehört, zu musizieren.
TERMIN: 3. März 2010, 20 Uhr, PORGY & BESS, RIEMERGASSE 11, A-1010 WIEN, Eintritt: 15,- EUR Ticket - Vorverkauf: Tel. +43 1 512 88 11 (Mo-So ab 16 Uhr) eMail: porgy[]porgy.at
PETER FESSLER - DAS MIT DIRLieder zur blauen Stunde
"Es bleibt, von jedem Augenblick. Tief in die Seele eingeschrieben. Ein Duft und auch ein leiser Hauch von Glück. Der uns vertraut ist, den wir ewig lieben." Der Sänger, Gitarrist und Komponist Peter Fessler ist viel gereist in seinem bisherigen Leben. Nach einem Dutzend höchst unterschiedlicher Alben scheint er angekommen. Bei sich.
Sein Song "Was uns bleibt" ist keine Lebensbilanz. Dafür ist es weiß Gott zu früh. Vielmehr: Innehalten, Rückbesinnung, Neubeginn. Erstaunlicherweise alles in einem. Peter Fessler hat weitere elf Songs mit deutschen Texten für das Album "Das mit dir" aufgenommen. Neben eigenen Texten interpretiert er Lyrik von Alexander Bragao und Miriam Frances sowie ein berühmtes Werk von Erich Kästner ("Die Wälder schweigen"). Jede Zeile bekommt bei Fessler ihren Raum zum Atmen. Behutsam formt er jedes Wort, gleichsam ungemein wach. Schläfengrauer Alltag. Bagatellen in Moll. Plötzlich wieder ein Lachen, das ins Zimmer fliegt. Manchmal zieht das Leben einfach so vorbei. Und im nächsten Moment möchte man vor lauter Glück in einem Augenblau ertrinken. Die Übergänge sind fließend. Das Zwischenreich wird zum Zentrum. Ein Reich, für das es im Deutschen keine rechten Worte gibt. Blues? Fado? Saudade?
Fessler hat sich im Laufe der Zeit seine eigene Welt geschaffen - ein Sänger, der zwischen Pop, brasilianischer Musik und Jazz traumwandelt. Ein Etikett braucht er längst nicht mehr. Peter Fesslers "blue notes" drangen immer durch, egal welches musikalische Aroma er bevorzugt hat. Als Frontmann der Latin-Jazz-Formation Trio Rio hatte er Mitte der 80er Jahre einen fulminanten Start. Doch er war kein smooth operator, kein One-Hit-Man. Er ist ein Suchender geblieben. Verzweigt sind seine kanadisch-polnisch-deutschen Wurzeln, noch verästelter die musikalischen Lebenslinien. Fessler ist einerseits ein klassischer, angelsächsisch geprägter Songwriter, der seine Themen intuitiv an der Gitarre entwickelt. Andererseits ist er ein echter Jazz-Sänger, der von seiner improvisatorischen Freiheit reichlich Gebrauch macht. Dabei klingt er wie kein anderer männlicher Sänger hierzulande und muss den Vergleich zu den anerkannten Weltstars des Genres wahrlich nicht scheuen. Von einer deutschen Al-Jarreau-Ausgabe ist er dennoch weit entfernt. Näher steht er da schon Shirley Horn, dieser bezaubernden Königin der Weniger-ist-mehr-Jazzvokalistik.
Fesslers Songs, die man besser Lieder nennen sollte ohne zugleich beim sperrigen Begriff "Liedermacher zu landen, sind auch faszinierende Metamorphosen. Denn sie bringen das Kunststück fertig, deutschsprachige Poesie mit einem Sound zu verbinden, der romantische kammermusikalische Motive mit luftigem Jazz und vor allem brasilianisch gefärbten Sehnsuchtsklängen kreuzt. Ein Kreis schließt sich. Im Alter von zehn Jahren hatte Fessler sein Erweckungserlebnis, als er eine Komposition des Gitarristen Baden Powell im Radio hörte. Diese Art von Songs, bittersüß und geschmeidig, haben ihn nie wieder losgelassen, was etliche Bearbeitungen von Stücken von Antonio Carlos Jobim oder Luiz Bonfa in Fesslers beachtlichem Gesamtwerk dokumentieren.
Auf "Das mit dir" geschieht ein kleines Wunder. Es sind deutsche Lieder. Ganz ohne schlagerhaften Kitsch. Chansons, die kein Französisch-Klischee beschwören müssen. Eine brasilianische Grundnote, die so selbstverständlich wirkt wie Punkt, Komma und Strich. Auch die Kompositionen mit Texten von Miriam Frances fügen sich nahtlos ins Bild. Die in Vergessenheit geratene Autorin, die in den frühen 70er Jahren eng mit Künstlern wie Udo Jürgens ("Mein Gruss an die verlorene Kindheit") oder Daliah Lavi ("Wer hat mein Lied so zerstört?") zusammengearbeitet hat, wirkt wie eine Seelenverwandte. Und mit einem Mal befindet sich der Peter Fessler in einer feinen Traditionsspur, die in Deutschland außergewöhnliche Stimmen hervorgebracht hat. Mit Charakter und Eigensinn: die Knef, ein Klaus Hoffmann oder auch Udo Jürgens mit ungezählten Stücken, die unter der Sahnehaube liegen. Was diese Künstler vereint: eine unbeirrbare Lust, sich in der deutschen Sprache auszudrücken - das aber weit geöffnetem Horizont. "Das mit Dir, das hätt' was werden können. Im schweren, und im leichten sowieso. Alles hätten wir uns sagen wollen. Nur zu uns." Die erste Liebe ist unvergesslich. Lebenskluge Menschen behaupten, man höre nie auf, genau dieses Gefühl immer wieder suchen zu wollen. Peter Fessler hat dazu den musikalischen Schlüssel gefunden.
CD VÖ: 26. März 2010 Peter Fessler: Das mit Dir (Minor Music MM 801137) Vertrieb: Inakustik
ANDY BEY wird 70:Minor Music lädt zu 2 Solo-Konzerten ein
1.12.2009: Landesvertretung Rheinland Pfalz, In den Ministergärten 6, 10117 Berlin, 20 Uhr
2.12.2009: Porgy & Bess , Riemergasse 11, 1010 Wien, 20:30 Uhr
Zu den gefeiertsten Wiederentdeckungen der letzen Jahre im Jazz gehört der New Yorker Sänger und Pianist Andy Bey. Im Chet Baker-Film "Let´s Get Lost" von Bruce Weber ist er mit seiner ersten Band Andy & The Bey Sisters im swingenden Paris der 50er zu sehen: selbst diese kurze Sequenz vermittelt, warum sowohl MusikerInnen wie Aretha Franklin und Bud Powell als auch Stars wie Marlon Brando und Marlene Dietrich zu seinen Fans gehörten.
Seine Auftritte anfang 1960 im damaligen Frankfurter Storyville Club versetzen Zeitzeugen heute noch ins Schwärmen. Bey spielte danach mit den Größten dieser Musik, u.a. mit Sonny Rollins, Charles Mingus, Max Roach, Horace Silver, Roland Kirk, der Thad Jones-Mel Lewis Big Band und Eddie Harris. Aber erst 1996 gelang es ihm nach über zwanzigjähriger Pause als Solist wieder neue Alben einzuspielen. Dazu meinte Newsday:"like having Ella Fitzgerald take a vow of silence." Die gesamte US-Presse feierte Andys Rückkehr ins Scheinwerferlicht. Die NEW YORK TIMES zählt ihn zu den größten Jazzsängern aller Zeiten.
Mit den Alben "Ballads, Blues and Bey", "Tuesday in Chinatown" und "American Song", letzteres für einen Grammy nominiert, konnte Andy Bey seitdem seine ganze Meisterschaft als Interpret des klassischen amerikanischen Jazz dokumentieren. In diesem Herbst kann er seinen siebzigsten Geburtstag feiern und obwohl er lange Reisen seit mehreren Jahren meidet, liess er sich von seinem europäischen Label Minor Music überzeugen, wenigstens 2 Solo-Konzerte in Berlin und Wien aus diesem Anlass für seine Fans zu geben.
Pressestimmen: "Andy Bey was at Ronnie Scott's for a week and I saw him six nights in a row. I got into huge amounts of debt going to see Andy Bey! He's terrific. What I love about him is that he creates an atmosphere. As soon as he opens his mouth you are transported to another place." Jamie Cullum in "JazzTimes"
"Dieses Organ ist stark genug, eine einzige Note zu ergründen, ihr eine Zärtlichkeit mitzugeben, als würde sie von der Kehle nur beschmust entlassen, und noch Standards erhalten so eine Bedeutung, die sie nie hatten, befreien Gefühle, die sie nicht kannten und sprechen, wo sie früher stumm waren. Wirklich, ein Einzigartiger ist Andy Bey und bedauernswert, wer ihn nie hörte!" Roger Willemsen
"If you haven't heard Andy Bey, you haven't lived." Kurt Elling
"Also bekommen wir nun in Überfülle, was wir jahrzehntelang in Jazzclubs, Hotelbars oder auf Konzertbühnen vergeblich gesucht haben. Einen samtenen Sänger, der uns seine Stimme gibt - für die tiefen Sentimentalitäten, die unverbindlichen Traurigkeiten und die Leerstellen unserer Seele." Konrad Heidkamp, DIE ZEIT
"The world finally sees what some of us have been claiming for years- a giant from the Golden Age is walking among us. Formed in the Fifties, celebrated in the Sixties, Andy Bey has finally come into his own in the new millenium, his artistry wondrously mature, his style wholly unique." David Ritz, Autor, Biograph (u.a. Ray Charles, Marvin Gaye) und Songwriter, in seinen Liner Notes zu "American Song"
"One of the most distinctive singers in jazz." The New York Times
Eliana Cuevas - Luna LlenaEine bildschöne, kluge Vokalistin und Komponistin schickt sich endlich an, die europäische Jazz-Szene mit einer neuen Klangfarbe zu verschönern.
In Kanada gehört die 32 Jahre alte Sängerin Elian Cuevas schon seit einiger Zeit zu den angesagten jungen Sängerinnen. Das in Toronto erscheinende Magazin "Now!" sieht in ihr bereits die nächste Norah Jones. Ein Vergleich, der die gebürtige Venezolanerin ehrt, aber dennoch in eine falsche Richtung führt.
Während sich bei Norah Jones Folk und Pop mit Jazz mischen, sind es bei Eliana Cuevas Elemente des Latin Jazz, brasilianische ebenso wie kubanische Rhythmen. Sie beherrscht genauso die Kunst der zu Herzen gehenden Ballade, aber auf der Bühne ist sie ein Energiebündel, die gemeinsam mit ihrer Band ein rhythmisches Feuerwerk abbrennt.
Vor zwölf Jahren kam die Venezolanerin als Studentin nach Toronto. In ihrer Heimat hatte sie Musik studiert, in Kanada wechselte sie zum Fach Geschichte, setzte ihre musikalische Ausbildung aber weiter fort. Sie sang in verschiedenen Bands Pop, Salsa und Reggae und war stimmgewaltiges Mitglied in verschiedenen Flamenco-Ensembles. 2003 gründete sie dann ihre eigene exquisite Band und nahm ihre ersten Alben auf.
Zu ihrer Band gehören der erst 26 Jahre alte Pianist Luis Guerra, der erfahrene Bassist George Koller sowie die beiden Perkussionisten Luis Obregoso und Daniel Stone. Seit 2004 ist diese Band zu einer perfekten Einheit geworden, mit der Cuevas etliche Tourneen durch Kanada unternommen hat und bei den wichtigsten Festivals des weitläufigen Landes gespielt hat.
Eliana Cuevas ist nicht nur eine Sängerin, sondern auch eine Songschreiberin. Anders als viele Kolleginnen, die ausschließlich Songs anderer interpretieren, komponiert Cuevas ihre Songs selbst, Coverversionen sind die Ausnahme in ihrem Repertoire. Sie schreibt über die Liebe, aber sie kommt ohne die gängigen Klischees aus. Sie schreibt über den Schmerz, aber ohne Larmoyanz. Sie zeigt Herz, wenn sie in "Otra Noche de Menos Veinte" sich in die Situation eines Obdachlosen hineinversetzt, der die nächste Winternacht mit Minus 20 Grad überstehen muss. Sie zeigt pure Lebensfreude, wenn sie den "Samba me Llama" anstimmt.
Als die Eliana Cuevas Grouop im Jahr 2006 für eine Handvoll Konzerte nach Deutschland kam, war die Publikumsreaktion auf die dunkelhaarige Schönheit und ihre Band überwältigend. Sowohl beim Reeperbahnfestival in als auch im renommierten A-Trane in Berlin und im Sendesaal von Radio Bremen bei einem Livemitschnitt für das Radio waren die Reaktionen überwältigend. Höhepunkt ihrer Kurztournee war ein Auftritt im Hamburger Birdland, das aus allen Nähten platzte, obwohl niemand die Newcomerin aus Toronto bisher kannte. Doch es ist nicht die Sängerin mit ihrer Bühnenpräsenz und ihrem Charme allein, die der Grund für den enormen Erfolg ist. Getragen wird sie von einer wundervollen Band. Mit Luis Guerra sitzt ein virtuoser Pianist in dieser Band, der sich mit Johann Sebastian Bach genauso gut auskennt wie mit Thelonious Monk und all den Liedern und Rhythmen seiner kubanischen Heimat. Eine ganze Reihe von Kritikern halten Guerra für den begabtesten Jazz-Pianisten, der in Kanada lebt.
Bassist George Koller ist ein ebenso erfahrener wie intellektueller Musiker. Koller hat viele Jahre in der Band von Holly Cole gespielt, er hat für Bruce Cockburn und den ehemaligen Blood, Sweat & Tears-Sänger David Clayton-Thomas gespielt und unter anderem Musik für Ballett geschrieben. Zu den besten Perkussionisten Kanadas gehört auch der aus Peru stammende blinde Luis Obregoso und der Venezolaner Daniel Stone. Das wusste übrigens auch Nelly Furtado, die beide für Plattenaufnahmen engagierte. Stone gehörte zeitweilig auch zu ihrer Tourband.
Nachdem in den vergangenen Jahren vor allem skandinavische Sängerinnen mit ihrer oft kühlen Ausstrahlung große Erfolge in Deutschland gefeiert haben, scheint es jetzt Zeit zu sein für pure Lebensfreude, gepaart mit einer ausdrucksstarken Stimme: Die bildschöne, kluge Vokalistin und Komponistin Eliana Cuevas schickt sich endlich an, die europäische Jazz-Szene mit einer neuen Klangfarbe zu verschönern.
(Minor Music 801134 / Edel Kultur)
TOUR HERBST 2009 Berlin, 29.11.09 22:00 Uhr A-Trane Köln, 30.11.09 20:30 Uhr Studio 672/Stadtgarten Kiel, 01.12.09 20:00 Uhr Kulturforum Hamburg, 02.12.09 21:30 Uhr Birdland Minden, 03.12.09 21:30 Uhr Jazzclub Kassel, 04.12.09 20:30 Uhr Re:Launch im Schlosshotel Braunschweig, 06.12.09 17:00 Uhr Buchhandlung Graff
Edition Wein & Jazz - Volume 2 - Pfalz erschien am 17. Juni 2009Neue Weinwunder mit alten Wurzeln
Willkommen in der Pfalz! "In vino veritas" - das ist Allgemeinwissen. Aber welche Wahrheiten kennen die Menschen, die den Wein machen? Was haben sie erlebt, erfahren und manchmal auch ertragen? Und was haben sie darüber zu erzählen, wie aus ihrem leidenschaftlichen Engagement um dieses Naturprodukt ein so wahrhaftiges Lebens- und Genussmittel wird? Aus diesen Überlegungen und der Erkenntnis, wie gut sich Wein und Jazz ergänzen, ist die "Edition Wein & Jazz" entstanden. Sie soll ein sinnliches Vergnügen bieten, Ohren und Geschmacksnerven gleichermaßen anregen - und dabei klingender Vorgeschmack und Appetitanreger sein. Wie eine fachkundig moderierte Klangreise lenken diese Hörbücher den Zuhörer in und durch je eine unserer schönsten Weinwelten.
Im Vordergrund stehen dabei ausgewählte Winzer einer Region, die so fundiert wie anekdotenreich über ihre Heimat und deren Weine erzählen - im Originalton. Damit nicht allein der Mund wässrig wird, gibt es drumherum und obendrein akustische Leckerbissen internationaler Jazzstars.
Diese Ausgabe der Edition "Wein & Jazz" widmet sich der Pfalz. Das zweitgrößte deutsche Weinbaugebiet - direkt nach Rheinhessen - kann auf eine fast zweitausendjährige Wein-Historie zurückschauen. Schon die römischen Besatzungstruppen machten sich das gute Klima und die bestens geeigneten "Terroirs" zu Nutze. Und nach ihnen auch die Alemannen, die Franken, die Merowinger, die Karolinger und die Germanen. Dafür, dass es in der Pfalz in punkto Weingenuss mit einer gesunden Mischung aus Tradition und Innovation weitergeht, sorgen heutzutage einige hundert, teils weltweit bekannte und gerühmte Winzer.
Die "Edition Wein & Jazz" stellt zehn von ihnen vor. Alte und Junge, Damen und Herren, Wohlbekannte und Neuentdeckungen - und allesamt Pfälzer. Vom ?elder statesman? Hans-Günter Schwarz, der schon in den Sechziger Jahren beim Weingut "Müller Cartois" eine noch immer gültige Qualitätsphilosophie begründete, bis zu seinem ersten Schüler Hansjörg Rebholz, der heute Inhaber des international anerkannten Weinguts Ökonomierat Rebholz und Vorsitzender des VDP Pfalz ist. Steffen Christmann, der Präsident dieses Verbands Deutscher Prädikatsweingüter, hat uns auch in seiner Eigenschaft als Inhaber des Weinguts A. Christmann in Gimmeldingen Interessantes zu erzählen. Die ökologische Winzerin Anna Barbara Acham vom Weingut Acham-Magin in Forst ist ebenso leidenschaftlich mit von der Partie wie Jürgen Heußler aus Rhodt unter Rietburg, der neben tollen Weinen auch hervorragende Edelbrände macht. Philipp Kuhn und Stephan Knipser, zwei große Winzer aus dem kleinen Laumersheim berichten auch über die neuen Rotweintraditionen der Pfalz. Dazu kommen die energische "Quereinsteigerin" Carmen Krück aus Großkarlbach, die den Schritt vom internationalen Modeparkett ins väterliche Weingut erfolgreich gemeistert hat, und die beiden VDP-Spitzentalente Boris Kranz und Sven Leiner, auch stellvertretend für die fabelhafte "Südpfalz Connexion". Welche wein-schönen Wahrheiten uns diese zehn Pfälzer Winzer verraten haben, hören Sie übrigens nur hier, bei der "Edition Wein & Jazz".
Viel Spaß beim Zuhören und Mittrinken wünschen Stephan Meyner und Götz Bühler
Die genussvolle Weinreise im Hörbuchformat: Ausgewählte Winzer aus der Pfalz erzählen von ihren Erlebnissen und Erfahrungen. Fundiert, anekdotenreich und immer im Originalton - umrahmt von Swing und Modern Jazz. Informativ und unterhaltsam. Für Einsteiger und Experten.
CD 1: Die Winzer Hans Günter Schwarz, Anna-Barbara Acham, Hansjörg Rebholz und Jürgen Heußler. Mit Musik von Three Of A Kind, Wolfgang Lackerschmid - Michal Urbaniak,Steve Klink Trio und Maceo Parker.
CD 2: Die Winzer Stephan Knipser, Sven Leiner und Boris Kranz für die Südpfalz Connexion, Steffen Christmann,20 Carmen Krück und Philipp Kuhn. Mit Musik von Pee Wee Ellis, Barbara Jungfer, Café du Sport, Christoph Adams und Dwayne Dolphin.
CD 3: Mit Musik von Maceo Parker, Fred Wesley, Ulita Knaus . Barbara Jungfer, Pee Wee Ellis, Dwayne Dolphin , Andy Bey, Café du Sport, Cécile Verny, Michal Urbaniak - Wolfgang Lackerschmid, Eliana Cuevas und Christoph Adams.
Edition Wein & Jazz-Volume 1 Wachau erschien am 30. April 2009Willkommen! "In vino veritas" - das ist Allgemeinwissen. Aber was wissen die Menschen, die ihn machen, den Wein? Was haben sie erlebt, erfahren und manchmal auch ertragen? Und was haben sie darüber zu erzählen, wie aus ihrem leidenschaftlichen Engagement um dieses Naturprodukt ein so wahrhaftiges Lebens- und Genussmittel wird? Aus diesen Überlegungen und der Erkenntnis, wie gut sich Wein und Jazz ergänzen, ist die "Edition Wein & Jazz" entstanden. Sie soll ein sinnliches Vergnügen bieten, Ohren und Geschmacksnerven gleichermaßen anregen - und dabei klingender Vorgeschmack und Appetitanreger sein. Wie eine fachkundig moderierte Klangreise lenken diese Hörbücher den Zuhörer in und durch je eine unserer schönsten Weinwelten. Im Vordergrund stehen dabei ausgewählte Winzer einer Region, die so fundiert wie anekdotenreich über ihre Heimat und deren Weine erzählen - im Originalton. Damit nicht allein der Mund wässrig wird, gibt es drumherum und obendrein akustische Leckerbissen internationaler Jazzstars. Diese Ausgabe der Edition "Wein & Jazz" widmet sich der Wachau. Das etwa dreißig Kilometer lange Durchbruchstal der Donau von Melk bis Krems, nur eine gute Autostunde von Wien entfernt, ist so außergewöhnlich und geschichtsträchtig, dass es im Jahr 2000 zum UNESCO-Weltkulturerbe erklärt wurde. Kein Wunder, denkt man an die Stifte von Melk und Göttweig, die Altstadt von Krems, die mittlerweile "ruinierte" Burg, auf der von 1192 bis 1193 Richard Löwenherz gefangen gehalten wurde, oben am Berg über Dürnstein (den Blick von dort sieht man übrigens auf unserem Titel) und die "Venus von Willendorf". Aber nicht nur landschaftlich, archäologisch und historisch ist die Wachau interessant, sondern besonders auch als "Weißweinparadies". Schon die Römer haben hier Wein angebaut, später kamen die Karolinger und nach ihnen die Bayern. Heute sind es gut fünfhundert Winzer, die diese 1370 Hektar sagenumwobener Rebfläche bearbeiten. Wir haben zehn dieser "Weinhauer" aus der Wachau befragt - von Unterloiben über Dürnstein und Weißenkirchen bis Spitz, von Emmerich Knoll oder Leo Alzinger Jr. über Hans Altmann vom Weingut Jamek, Wolfgang Bäuerl, Leopold Böhmer, Karl Bracher, Franz-Josef Gritsch bis zu Rudi Pichler, Karl Holzapfel und Heinz Frischengruber, den Kellermeister der "Domäne Wachau". Das Ergebnis hören sie nur hier, bei der "Edition Wein & Jazz".
Viel Spaß beim Zuhören und Mittrinken wünschen Stephan Meyner und Götz Bühler
Edition Wein & Jazz - Volume 1 - Wachau Das Weißweinparadies an der Donau Die genussvolle Weinreise im Hörbuchformat: Ausgewählte Winzer aus der Wachau erzählen von ihren Erlebnissen und Erfahrungen. Fundiert, anekdotenreich und immer im Originalton - umrahmt von Swing und Modern Jazz. Informativ und unterhaltsam. Für Einsteiger und Experten.
CD 1: Die Winzer Hans Altmann (Weingut Jamek), Rudi Pichler, Leo Alzinger jr., Heinz Frischengruber, Kellermeister der Domäne Wachau, und Wolfgang Bäuerl. Mit Musik von Steve Klink Trio, Three of a Kind, Rodney Jones, Larry Goldings Trio und Peter Madsen.
CD 2: Die Winzer Emmerich Knoll, Franz Josef Gritsch, Karl Bracher, Leopold Böhmer und Karl Holzapfel Mit Musik vom Bertha Hope Trio, Karl Denson, Günter Wehinger, Pee Wee Ellis und Gabriel Coburgers Quintet-Jean Paul.
CD 3: Musik von Oscar Brown Jr.,Three Of A Kind feat. Benny Golson & Till Brönner, Larry Goldings, Cecile Verny Quartet, Rodney Jones, Peter Madsen, Milla Kay, Bertha Hope Trio, Pee Wee Ellis, Günther Wehinger, Lisa Bassenge, Steve Klink und Tuey Connell LISA BASSENGE-LIVE CDDas Ende des Jazz wird ja häufiger betrauert. Gerade wenn man von Sängerinnen spricht. Lisa Bassenge geht es da nicht anders als Billie Holiday zu ihrer Zeit, die auch keinen Wert darauf legte, ihre Songs mit technisch beeindruckenden Scat-Koloraturen zu verwässern. Aber zu den Stärken der großen Sängerinnen gehört es auch schon immer, dass sie sich darum den Kopf nicht zerbrechen, wie ihre Musik in den Schubladensystemen der Kenner, Kritiker und Gefängniswärter abgelegt wird. Hauptsache: Musik, und gut, also eindringlich, intensiv, mitreißend. An derartigen Kriterien misst sich Lisa Bassenge nun mit dem ersten Live-Album, das sie im Frühjahr mit ihrer neu formierten Band aufgenommen hat. Bass, Klavier, Stimme, sonst nichts: die kleine Besetzung bot Lisa Bassenge lange die besten Voraussetzungen, die Rollen, die ihr das Repertoire aus bekannten Songs aus der Geschichte von Jazz, Rock& Roll, Popmusik bereitstellte, auseinanderzupflücken und die Spannung zwischen Verfremdung und Wiedererkennung auf ihre eigene Art zu verdrehen. Ihr analytisches Werkzeug blieb die Stimme, dieser kehlige Alt, der sich selten in den Bauch zurückzieht und immer etwas görenhaft Frisches, leicht verwundert vor der Welt Zurückschreckendes bewahrt. Im Trio nahm sie die einzelnen Songs deutlich verlangsamt, als wollte sie ihre Stimme unter das Mikroskop schieben und jede einzelne Nuance genauer untersuchen. Mit der leichten Distanz zu den gesungenen Geschichten, die in dieser Herangehensweise steckt und dem Abschied von der immanenten Behauptung, all die düsteren oder weniger düsteren Geschichten tatsächlich durchlitten zu haben, wuchs die 1974 in Berlin geborene und an der Hanns-Eisler-Musikhochschule ausgebildete Lisa Bassenge über mehrere Jahre und drei Trio-Studio-Produktionen zur wichtigsten unter den jüngeren deutschen Sängerinnen, die man irgendwie mit Jazz verbindet.
Schon die letzte Studio-Produktion „A Little Loving“ schlug einen neuen Weg ein. Das Trio wurde um den vertrauten Bassisten Paul Kleber herum mit Schlagzeug und Gitarre zu einer vollzähligen Band ausgebaut. Damit ergaben sich zusätzliche Wege des Zusammenspiels, zunächst Andy Haberl und nun Rainer Winch am Schlagzeug stärken den Groove, der ungemein flexible Kai Brückner als Gitarrist und der neue Pianist Christoph Adams verschieben das klangliche Gewicht von der klassischen Reinheit des Klaviers in Richtung elektrischer und insgesamt modernerer Sounds. „won’ t be home tonight“, das Live-Album, ist das Dokument des Erfolges des runderneuerten Konzepts. Mit einem Repertoire, das zu einem Drittel direkt dem Vorgänger-Album entstammt, agiert die Band wie losgelassen, dynamisch, druckvoll und direkt stürmt sie in die Räume, die sich in ihrem Zusammenspiel ergeben, und jeder einzelne nutzt die Gelegenheiten, die Musik in eine neue Richtung über die Ufer treten und eine neue Form annehmen zu lassen.
Aber alles zu seiner Zeit: immer dann, wenn die Sängerin ans Mikrophon tritt, nimmt sich die Band zurück und schafft den transparenten Rahmen, in dem die Stimme der Sängerin ihre Wirkung ausbreitet - klar und bestimmt, mit großer Gelassenheit in der Phrasierung, doch durchaus robust und scharf, wenn es denn einmal nötig werden sollte. Gereift, dem Rückzug auf das Mädchenhafte soweit entwachsen, dass sie nun mit hörbarem Vergnügen in belebteren Regionen der Popkultur wildert ist diese Sängerin: mit untergründiger Schärfe und einem dunklen, bauchigen Knurren nähert sie sich ein paar Schritte dem Rhythm & Blues der Neville Brothers, verpflanzt den harten Rock von AC/DC in einen JukeJoint der Südstaaten und surft ohne Zögern auf den Schaumkronen des Sugababe-Covers „Overload“. Lisa Bassenge bleibt in Bewegung. Das ist, wenn man genau hinsieht, eines der größten Komplimente, die man einer Musikerin machen kann.
LISA BASSENGE-WON´T BE HOME TONIGHT MM 801131 IM VERTRIEB VON EDELKUTUR
Flexkögel: Wilde Gezeiten„Wilde Gezeiten sind keine Kleinigkeiten“ reimen Flexkögel. Auf dem Album dazu, dem famosen Zweitling der Sängerin Britta-Ann Flechsenhar und des Gitarristen Christian Kögel, geht es nicht nur wild zu. Sondern auch noch wilder. Und das ziemlich gelockert und genüsslich. Gemeinsam mit dem Schlagzeuger und Perkussionisten Jochen Krämer haben die beiden Berliner neun nagelneue, meist eigene Lieder eingespielt und aufgenommen. Eins auf englisch, eins in traumhaftem Fantasieportugiesisch und sieben auf Deutsch. Dass sie nicht nur die Muttersprache, sondern auch mehr denn je die Bossa Nova für sich und ihre Lieder entdeckt haben, sitzt, passt, wackelt und macht Luft. Genau fünfzig Jahre nachdem Antonio Carlos Jobim, João Gilberto und Vinicius de Moraes mit all ihrer Saudade die Mädchen von Ipanema und die Menschen der Welt beglückten, überraschen Flexkögel mit sinnlichen und satirischen Sommersongs für jede Jahreszeit. Noch etwas verbindet die Musik dieser jazzverliebten Popmusikanten mit der brasilianischen Jubiläumsmusik: „Wilde Gezeiten“ sind federleicht und verführerisch an der Oberfläche, dabei prallvoll mit musikalischen und lyrischen Untiefen. Und auch die dezenten Zitate aus der Jazz-, New Wave-, Soul- und neueren deutschen Hip Hop-Historie machen Lust und Laune. Die Frage, ob man sich darauf einlässt oder darin fallen lässt, stellt sich eigentlich schon nach dem ersten Anhören nicht mehr. Dann ist man eh schon drin. Das Titelstück „Wilde Gezeiten“ beginnt mit Regenprasseln und endet im wehenden Wüstenwind. Der schlurfende Blues ist ein Abgesang auf den Klimawandel, auf verrinnende Golfströme und schmelzende Gletscher, tränentief und süffisant lächelnd gesungen, mit gelegentlichen Böen vom Himmelhochjauchzen über marilyneske Koketterie bis zum gepflegten Absturz. Die ätherischen Chöre ziehen sich regelrecht in die „Raumfahrt“ hinüber, eine wunderschöne Bossa Nova mit überirdischer Melodie und herrlichem Hook. Das Fazit „Besser langweilig als ganz allein“ gibt diesem Lied über die erdverbundene Liebe im Weltraum den Rest. „What Are Days For?“, einst Titelsong des Debüts von Flexkögel, ist die völlig neue musikalische Bearbeitung eines Gedichts von Philip Larkin. Die Frage an sich, konstatiert Larkin, schlägt Priester und Doktor gleichermaßen in die Flucht. Gut, dass Britta-Ann Flechsenhars Vokalharmonien die beiden sirenengleich zurücklocken. (Toller Song, nebenbei.) Im originell hineingesteigerten „Forever Young“ treffen Alphavilles gleichnamiger Synthie Pop-Hit und ein James Bond-Filmtitel auf schwierigen Alterswahn und jugendlichen Leichtsinn. Letzterer schwingt auch in „Picknick“ mit, einem charmanten Tag im Park, perfekt mit fauler Gitarre und räkelndem Gesang. „Why doesn’t he stop“ ist ein mitreißender anglo-germanischer Soulsong zwischen sanften Singer/Songwriter-Passagen und orgasmischen Ausbrüchen. Textlich geht es um Verkehrs- und Generationskonflikte, könnte man sagen. Billie Holidays himmlisch hallendes „Everything Happens To Me“ eröffnet die Beziehungstragikomödie „John und Jane“, Flexkögels sehr eigene Interpretation dieses Standards. Intim und ein wenig sentimental klingen die „Innenwelten“, bevor die Engelschöre den fantastischen „Traum“ einleiten, eine besinnliche Bossa Nova am ausglimmenden Stimmlagerfeuer. Und dann war’s das. Noch lange nicht. Denn dann fängt man am besten wieder von vorne an, mit „Wilde Gezeiten“. Mit ungezügelter Muße und leidenschaftlicher Melancholie lebt es sich doch immer noch am besten.
Flexkögel: Wilde Gezeiten VÖ TERMIN 29.8.2008 GABRIEL COBURGER - QUINTET JEAN PAULWow, da hat einer etwas zu sagen, da will einer etwas los werden. Gabriel Coburger nimmt sein Horn und bläst hinein, entschlossen und sensibel zugleich, erzeugt er Töne von irritierender Wucht, Linien von mitreißender Ausdruckskraft. Sein Ton ist warm und kraftvoll, rau und einschmeichelnd, variabel und persönlich. Mal rührt und bratzt er, dass es eine Freude ist, mal gleitet er elegant durch die melodischen Kurven oder magert den Ton bis auf ein feines Hauchen ab. Gabriel Coburger, Saxofonist aus Hamburg, Tenor und Sopran, daneben Flöte, das Instrument, auf dem er einst anfing, sich intensiver mit Musik zu befassen. Coburger, Jahrgang 1967, ist kein ganz Junger mehr, seine Meriten hat er sich längst erspielt: in der New Yorker Szene, wo er zwischen 1993 und 2001 immer wieder zu hause war, in den Bands von John Abercrombie bis Maria Schneider, als Stand-By-Tenorist bei der NDR-Bigband und als Gast in der Band des norwegischen Bigband-Zampano Geir Lysne, und natürlich mit seinen eigenen Bands und Projekten. In Hamburg weiß man, was man an dem dynamischen Saxofonisten hat, der auch als Veranstalter und Sprachrohr der Szene dafür sorgt, die musikalische Ebbe nicht gar zu flach ausfallen zu lassen im Frühjahr wurde Coburger mit dem Hamburger Jazzpreis geehrt. Das Preisgeld hat er gut angelegt: "Quintet Jean-Paul" ist nicht einfach ein weiteres Coburger-Projekt - es ist ein Ensemble von fünf Musikern, die einander seit Jahren gut kennen und in wechselnden Formationen zusammen spielen. Coburger gab den Anstoß, er schreibt die Kompositionen und sein Saxofon erweist sich immer wieder als der Wärmepol des Ensembles. Im Zentrum dieses Quintetts steht das im Zusammenspiel gewachsene, wechselseitige Verständnis und die Vielfalt der musikalischen Schattierungen, die sie hervorzurufen vermögen. Ein besonderes Timbre bekommt diese Musik durch Kenny Norris instrumentalen Einsatz seiner samtigen Baritonstimme. Im Unisono umgarnen sie Coburgers Saxofonsound zu einem außergewöhnlichen Gesamtklang, doch auch wenn sich die Stimmen von einander lösen, wenn sie sich auf das Abenteuer Improvisation einlassen, lässt sich Norris auf die weiten Spannungsbögen ein, die diese Musik so lebendig machen. Die Stimme steht hier nicht wie sonst so häufig wie konventionell - vor oder neben der Band, sie ist ihr gleichberechtigter Teil, wie einst der Gesang von Leon Thomas neben dem Saxofon von Pharoah Sanders. Coburger kennt diese Assoziationen, sie gehören zum Projekt. Um abgerissene Fäden wieder aufzunehmen und neu zu verknüpfen lässt Coburger seine Musik einige Schritte zurücktreten. "Back To Church", der Opener des Albums, ist da durchaus programmatisch gemeint: zurück ins Herz des Jazz, zu einer geradezu sakralen Inbrunst, die mit den 60er-Jahren ausgestorben schien. Das Album beginnt radikal: sehr offen, nur Coburger und Matthäus Winnitzky am Klavier in nachdenklicher Zwiesprache. Langsam verdichten sie ihr Spiel zu einer Struktur, bis sie die Spannung in einer hymnischen Melodielinie lösen, in der sich der Klang des Saxofons und der Gesang Kenny Norris in wechselnden Schattierungen umspielen. Schließlich der dringliche Rhythmus, den Derek Scherzer verlässlich am Köcheln hält, während Sven Kerschek mit seinem kernigen E-Bass-Sound dem Ganzen Biss eingräbt. Damit sind die Zutaten benannt, die sich durch dieses Album ziehen, das an der Intensität des Jazz der 60er-Jahre anknüpft, sie mit jüngeren Assoziationen anreichert und auf einen vollkommen gegenwärtigen Stand bringt.
Gabriel Coburger: Quintet Jean Paul MM 801129 im Vertrieb von EDELKultur, Hamburg
Cecile Verny QuartetAmoureuse
"Wo schwingt keine Liebe?", fragt Cecile Verny mit ihrer entwaffnenden Art, irgendwo zwischen französischer Nonchalance, deutscher Aufrichtigkeit und afrikanischer Offenheit. "Egal ob man keine Beziehung mehr haben will oder zu viele hatte oder glücklich in einer ist. Gefühle, Liebe - sie werden immer da sein." Und so hat die liebreizende Jazzsängerin mit Wurzeln an der Elfenbeinküste und in Frankreich ihr neues Album schlicht und einfach "Amoureuse" betitelt. Es ist das sechste mit ihrem hervorragend eingespielten, seit genau zwanzig Jahren bestehenden "Cecile Verny Quartet" und der Nachfolger von "The Bitter And The Sweet", für das es im letzten Jahr sogar den "Preis der deutschen Schallplattenkritik" gab. Schon in den erfrischenden Titelsong, diese coolen E-Piano-Akkorde, den fegenden Rhythmus und die melancholisch-schöne Melodie, verliebt man sich schnell. Und lebt sie in den folgenden zehn Stücken umso inniger mit, die emotionalen Höhen und Tiefen dieses grundsoliden Wunderwerkes. Der musikalische und thematische Kreis schließt sich dabei immer wieder, ganz natürlich und elegant. Vom poetischen Swing des reminiszierenden "You Will Know When You Get There" zur swingenden Poesie von "The Fly" (mit einem Text von William Blake), von Spoken Word-Grooves wie "Ta Question" zu elegischen Balladen wie "Amber Tears" oder "J' aime l'idée", von den afrikanischen Klängen von "Kanakassi" und "K'la", inspiriert von Auftritten in Uganda im vorletzten Jahr, zu den vielseitigsten jazzigen Zwischentönen. All das macht Cecile Verny und ihr Quartett - hervorragend besetzt mit Bernd Heitzler am Bass, Torsten Krill an Schlagzeug und Percussion und Andreas Erchinger an allem, was Tasten hat - so besonders. Die elf nagelneuen Originals stammen natürlich allesamt von den vier Bandmitgliedern (nur ein paar Texte haben sie sich schreiben lassen oder ausgeliehen, etwa von William Blake und Paul Verlaine). In ihrer Gesamtheit spiegelt die Musik deshalb nicht nur die kontinuierliche Entwicklung dieser Ausnahmeband wieder, sondern auch eine intensive Liebesbeziehung zwischen Band und Publikum. (Wie sehr die Liebe erwidert wird, zeigen die vielen Gästebucheinträge auf www.cvq.de, in denen von "Gänsehautmusik" und "Charme" oder dem "sympathischen Humor" der "faszinierenden Vokalistin" die Rede ist). Die Kompositionen auf "Amoureuse" sind ganz offenbar sowohl Reflektion als auch Reaktion tiefer Gefühle, die so nur die Musik zum Ausdruck bringen kann. "Ich bin dankbar, meinen Beruf ausüben zu dürfen", sagt Cecile Verny. "Ich singe, rede, lache gern. Wir als Band haben das große Glück, machen zu können, was wir wollen. Und dann muss man das auch mit Freude nach Außen tragen. Es gibt Momente in dieser komplizierten Welt, in denen man die Augen schließen sollte und einfach nur dankbar sein sollte." Die Musik dazu findet sich auf "Amoureuse".
Cécile Verny Quartet: Amoureuse MM 801128 Im Vertrieb von EDELKultur, Hamburg
MILLA KAYOut Of Place
Mit Musik geht alles besser, lautet die Volksmundformel. Je besser die Musik, umso besser geht's. Das beweist Milla Kay mit ihrem wunderbaren Debütalbum "Out Of Place". Weil diese elf Stücke anregen und erregen, weil sie sogar im besten Sinne auf- oder abregen können. Weil sie melancholisch stimmen, im richtigen Augenblick ein Lachen auf die Lippen, ein Zucken ins Tanzknie oder empathische Glückströnen in die Augenwinkel zaubern. Vom herzhaften Disco-Swing des "Liftboy" über lässige Bossa Nova wie "Poles", das elektronischste "Speak Low", das sich Kurt Weill hätte wünschen können, oder das poppig sommerliche "I am late", inklusive geschmackvollem "Dubadidamdam"-Chorus, bis zum "rhythm & bluesy" klingenden "Companion" findet der anspruchsvolle Musikfreund hier elf paradiesische, potentielle Lieblingslieder. Ansteckend melodiös rufen sie förmlich nach einem Radio, das sie spielt. Man kann das natürlich akustischen Pop nennen und trotzdem die eleganten Elektronica im Hintergrund spüren. Man wird diese samtene Frauenstimme, die Poesie der Texte und die angenehm vereinnahmten Stilelemente aus Jazz, Folk, Bossa Nova, Country, Blues und Soul loben. Vor allem aber wird man Milla Kay und ihre Musik hören wollen. Je öfter, desto besser. Schon vor ein paar Jahren fühlte sich Milla Kay "out of place", verließ ihre bürgerlichen Berufswege und bog nach Hamburg ab, um Musik zu machen. Zusammen mit ihrem Gefährten Hauke Kliem jobbte sie zwischen Studio und Bandbühne, schrieb Songs und machte Demos - bald sogar professionell, Dank eines Publishingdeals mit Warner Chappell. Mittlerweile ist das Paar ein ziemlich eingespieltes Produzenten-Duo, das neben Auftragskompositionen mit diesem Album nun die eigenen musikalischen Ideen verfolgt. "Eigentlich kommt Milla meistens mit einem Impuls, oft auch mit einem fertigen Stück", erzählt Hauke. "Ich komponiere auf der Gitarre", meint Milla mit offenem Lachen und bescheidenem Blick zu Hauke, dem eigentlichen Saiten-Experten. "Anfangs ist da immer eine Melodie und dazu singe ich ein Textgefühl, die fertigen Zeilen kommen also erst später. Beim Arrangieren und Produzieren toben wir uns dann beide aus, wobei Hauke die Akkordfarben und Grooves entwickelt." Dabei bedient der versierte Gitarrist und Multi-Instrumentalist auch gerne mal das Fender Rhodes oder baut Beats. Milla seufzt, so theatralisch, dass sie anschließend gleich wieder lachen muss. "Ich hab eigentlich schon immer gespürt, dass da eine musikalische Pflanze ist, die raus willl, aber es hat eben etwas gedauert. Wir sind ja Spätzünder, mit Mitte dreißig und dem Debutalbum. Aber das Schöne daran ist, dass wir heute viel lockerer mit der eigenen Kunst umgehen. Ich weiß allmählich, was zu meiner Stimme und zu mir passt. All das hat sich erst im Lauf der Zeit herausgeschält." Und diese Stimme passt, so scheint es, zu ihrem entspannten, einnehmenden Naturell. Weil sie mittlerweile die in ihrer Ruhe liegende Kraft gefunden hat, weiß Milla Kay ihre Stimme ideal einzusetzen. Luftig und zurückgelehnt, aber auch eigenwillig und nach vorn Facetten, die sie in ihren eigenen Liedern und beim interpretieren persönlicher Favoriten aus dem "Great American Songbook", wie etwa "Speak Low" oder "Cry Me A River", zeigt. Für die Produktion ihres Debütalbums zog es Milla und Hauke in die inspirierende Metropole London. "Und weil wir zu der Zeit noch keine Band hatten und unsere Stücke mit einem Live-Schlagzeug und Kontrabass umsetzen wollten, sind wir einfach mal einen Monat lang durch die Clubs gezogen und haben uns Musiker angehört - und ausgesucht", erzählt Milla. "Gleich am ersten Abend im '606 Club' haben wir den Bassisten Mark Hodgson getroffen, der schon mit Jamie Cullum und Billy Cobham gespielt hat, und haben ihm einfach unser Demo in die Hand gedrückt. Er war, wie alle anderen übrigens auch, sehr offen und hatte Lust mitzumachen, sodass wir uns direkt am nächsten Tag spontan für Aufnahmen verabredet haben." Aus dieser ersten Aktion entstanden weitere spannende Kontakte und so waren die beiden immer mal wieder im "z noise recording studio" ihres alten Freundes Robert King, um mit Bassist Hodgson und etwa Nick Smart (Trompete), Julian Siegel (Saxophon), den Schlagzeugern Simon Lea und Winston Clifford und auf drei Stücken sogar mit dem herrlich einfühlsamen "Aaron String Quartet" diese elf märchenhaften Songs aufzunehmen.
"I Guess I Got Lost", das entspannte Eröffnungsstatement, ist ein erfrischend eigener One-Note-Samba mit der herrlich missverständlichen Zeile "You're always in my head, but I guess that I got lost instead in your head". Und dann, in der Bridge: "You didn't keep your word so keep out of my mind." Aua. "Out Of Place" schwingt in melancholischem Walzertempo, fühlbar Sinn suchend und doch hoffnungsvoll. Der "Liftboy" zeigt sich als Discofunkbursche mit gestopften Swingbläsern. "Speak Low" bekommt zum Kontrabass und dieser sanften, tiefen Stimme ein paar 'blips' und 'clicks' aus dem elektronischen Werkzeugkasten. "Poles" ist ein Bossa Nova mit tiefen Fender Rhodes-Bässen, der, wie Milla im Konzert gerne betont, nicht zwei sich gegenüber sitzende Polen sondern entgegen gesetzte Pole beschreibt. "Only A Break Of Day" überzeugt mit dramatischen Streichern und einem sanften Bossa-Beat mit beherzten Banjopicks. "So Far" kommt als sehnsüchtige Ballade, perfekt zu einem dieser gelegentlichen Regentage, nachdem man die Sonne umso heller scheinen sieht. "Cry Me A River" wird hier zum coolen, düsteren Blues, komplett mit fettem Kontrabass, Besenschlagzeug und Slidegitarrenriffs. Die verhalten optimistische "Symphony", dem einen oder anderen vielleicht schon als Musik zum aktuellen SKL-Spot bekannt, will man sofort mitsingen. "I Am Late", der krönende Abschluss, verwandelt schließlich schlechte Eigenschaften in einen wunderschönen Popsong, zeitlos schön und absolut modern. Diese Lieder, diese Stimme, die gekonnt gelungene Produktion mit all ihren Feinheiten aber ohne Schnörkel, nimmt einen auf, spricht direkt die Gefühlswelt an, mal beseelt, berührt und beruhigt sie, mal springt und regt sie den Hörer an. Milla Kay und ihre Musik wirken sofort. Sie bleiben hängen, im Ohr und in der Seele. Damit geht alles besser. Wirklich alles.
OLA ONABULETHE DEVOURED MAN (Rhythm Attack)
Ola Onabule ist ein Soulsänger. Sogar "der beste britische Soulsänger", laut Blues & Soul. Das klingt einfach, eindeutig und greifbar. Wer die Musik des nigerianischen Briten hört, spürt allerdings eine Tiefe, eine Bandbreite, eine vielfältige Gefühlswelt - sowohl stimmlich als auch textlich - die ihn bis zur Unfassbarkeit außergewöhnlich machen. Auf seinem sechsten Album "The Devoured Man" (zu deutsch: "Der aufgefressene Mann") bietet der markante Soulsinger/Songwriter, der die Bühne schon mit Roberta Flack, Natalie Cole, Roy Hargrove, Gladys Knight, Dianne Reeves, Al Jarreau oder Patti LaBelle teilte, zwölf intensive Eigenkompositionen. "All songs written, arranged, and recorded by Ola Onabule" ist hier die entscheidende Zeile, die dem Zuhörer eröffnet, dass es sich hier um ein Gesamtkunstwerk handelt. Begleitet von einer kleinen Gruppe bester britischer Soulbrüder singt Ola Onabule über Männer mit großen Pistolen und Frauen mit großen Träumen, über Ignoranz und Gewalt in Liebe und Politik. Das ist bester Brit-Soul mit willkommenen Abstechern in Richtung Funk und Blues, mit Pop in der Seele und Jazz im Feeling. Und dann diese Stimme: Sanft und sehnsüchtig, eindringlich und herzerweichend, sehr speziell und eigen in der Schnittmenge aus Stevie Wonder und Omar. Kein Wunder, dass Ola Onabule in England bei über einhundert Auftritten im Jahr gefeiert wird, dort sogar den Auftrag bekam, Arien für das "Royal Opera House" in Covent Garden zu schreiben und im Film "Second Hand Lions" mit Robert Duvall und Michael Caine zu hören war. Langsam aber sicher werden jetzt natürlich auch die Amerikaner auf ihn aufmerksam, spätestens nach einem live im Fernsehen übertragenen Konzert in New York, nach dem ihn ein TV-Mann wie folgt lobte: "Ein Meister seines Instruments, ein überragender Geschichtenerzähler, ein gütiger Mensch". In Deutschland kennt man Ola Onabule auch schon durch seine eindrucksvollen Festivalauftritte ? die nächsten stehen für November 2007 in Aalen, Ingolstadt und Leverkusen an.
"The Devoured Man" ist eine emotionale Meisterleistung. Sie reißt den Hörer mit, vom coolen Groove von "Never Known" über das jazzig abgehangene "Where The Past Goes" über das hymnische Titelstück, die sanfte Ballade "This Fool Again" und das tanzfreudige "Groove To The Lie" bis zur fast folkigen Melodie von "Back Home". Die Freude, der Schmerz, die Intensität, die Wärme und die Liebe, die in dieser Musik stecken, übertragen sich in bester Soulmanier direkt über die Ohren ins Herz. Er ist eindeutig appetitlich, dieser "aufgefressene Mann".
Nebenbei: Wem der Name Ola Onabule etwas schwer über die Lippen geht, der darf sich freuen, dass der in England lebende Nigerianer mit der sagenhaften Stimme und den besten Soulsongs seit langer, langer Zeit, nicht mehr unter seinem kompletten Namen auftritt. Da wäre man immerhin bei Olatunji Olugbenga Omotayo Olanrewaju Adetokunbo Abdul Majeed Onabule.
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